Dienstag, 27. September 2016

Akkordeon gesucht!





Nach einer sehr erholsamen Nacht und einem gesunden Frühstück brechen wir auf zu unserem ersten Auftritt in die 46. Grundschule die auch eine sogennante DAZ (Deutsch als Zweitsprache) Klasse unterrichten.
An der Schule angekommen packen wir wie immer unsere Sachen aus und bemerken auch gleich das ein wichtiges Gepäckstück nicht vorhanden ist. Das Akkordeon - oh nein! Schnell nochmal ins Hotel und schauen ob es da liegen gelassen wurde aber schon auf der Fahrt dort hin war mir klar das wir es sicher am Vortag stehen lassen haben . Und so war es dann leider auch.
Schnell zur Schule zurück denn die Kinder warten schon.






Ich Freunde mich schnell mit meinem neuen Instrument an, dem Kazzoo, und die Show kann los gehen.Wir spielen heute für ca 40 Kinder. Die Show läuft super, YoHo (Tobi) und Rotadella ( Sonja) sind schon voll in ihrem Element. Nach der Show verteilen wir noch ein paar Postkarten und verabschieden uns von den Kindern.




Dann machen wir uns auf dem Weg um mein Akkordeon zu suchen aber leider ohne Erfolg. Nach einer kurzen Pause gehts dann ins benachbarte Wurzen, ca 40 min von Leipzig entfernt.





Dort spielen wir für den NDK (Netzwerk demokratische Kultur) für geflüchtete Familien sowie für die Dorfbewohner . Auch war heute ein kleiner Beitrag im MDR Radio von unsere Arbeit zuhören.






Unser dritter Auftritt findet in einer Erstaufnahmeeinrichtung von den Maltesern in Dölzig statt.
Dort wohnen zur Zeit ca 120 Menschen . Von der Aufmachung her wirkt diese Einrichtung wie ein Gefägniss mit dicken schweren Toren , Stacheldraht und viel Security. Aber von ihnen erzählt uns ein Mitarbeiter das die Stimmung meist gut ist und das ihm das Arbeiten mit den Menschen hier Spass macht.





Auch hier läuft die Show sehr gut die, Kinder steigen voll in unser Spiel ein aber auch die Erwachsenen sind sichtlich angetan. Yo Ho den Luftballon kaputt gemacht und ich bin ganz schön traurig. Ein jüngerer Mann will mir aber unbedingt helfen Yo Ho das heimzuzahlen daraus entstand dann eine kleine Verfolgungsjagd . Wir hatten Spass und sind sehr glücklich so wie es läuft.






Und im Hotel angekommen hat die Hotel Chefin auch noch eine kleine Überraschung für mich.
Ich darf für unsere Zeit hier das Akkordeon von ihrer Tochter ausleihen.

Be Happy und gute Nacht Tamara alias Puh

Montag, 26. September 2016

Erster Spieltag in Leipzig

 
Nachdem die Clowns den Ablauf ihrer Show am frühen Vormittag noch einmal durchgegangen sind steht der erste Auftritt der Tour kurz bevor.


 
In der Gemeinschaftsunterkunft in Beucha ist schnell einen geeigneter Auftrittsort im Garten hinter dem Haus zwischen zwei Bäumen gefunden. Erst sind auffallend wenige Bewohner zu sehen, von Kindern fehlt zunächst jede Spur. Wir zögern mit dem Beginn der Show, bis die Clowns sich entschließen mit Musik durch die Flure der Einrichtung zu laufen um die Bewohner so zur Veranstaltung im Garten einzuladen.




Nach und nach sammelt sich eher scheu ein kleines Grüppchen am Treppenaufgang, so dass die Clowns die Fläche davor als neues Spielfeld beziehen.
Nach den ersten Minuten der gespannten Erwartung was nun dort hinter dem Haus passieren soll erfreuen sich anwesenden Zuschauer sichtlich an der Darbietung und selbst von den Fenstern aus wird die Show von einigen Bewohnern verfolgt.


 
Durch die Verzögerung sind wir schon jetzt recht spät dran für unseren nächsten Termin. 
Die Clowns verteilen noch ein paar Postkarten an Kinder und Eltern und dann brechen wir auf.
Aus dem eher ländlichen Beucha fahren wir zurück nach Leipzig und schlängeln uns durch den Berufsverkehr zum „Conaction Café“. Das regelmässig stattfindende Café ist ein Begegnungsort den der Verein „Interaction Leipzig“ zusammen MitarbeiterInnen des Schauspiel Leipzig in deren Räumen ermöglicht.


In der sogenannten „Baustelle“ gibt es sogar eine richtige Bühne. Vor dieser warten ungefähr hundert gespannte Menschen auf den Auftritt der Clowns. Diese können sich in einem großem Probesaal vor Schminktischen bereitmachen, fast wie in einer Künstlergardarobe ...
Die OrganisatorInnen des Cafés haben sogar einen Shuttle-Service eingerichtet, um Bewohnern aus Unterkünften aus dem Stadtgebiet die Teilnahme an der Veranstaltung zu ermöglichen und so ist der Saal gut gefüllt und bald mitgerissen von der interaktiven Performance der Clowns.








Nach dem Auszug der Clowns aus dem Saal geht es daran die Spielutensilien vor den Kindern zu retten die sich euphorisch auf den Showkoffer stürzen um Jonglagebälle, Zauberstäbe, Instrumente und alles weitere zur ihrer eigenen Verwendung zu entwenden. Danach hoffen wir unser Auto noch unabgeschleppt vorzufinden, haben Glück, und fahren dem Bett entgegen. 

Niko

Doma Kultura

Letzter Tag. Zum Frühstück brät uns Olga superleckere Pilz-Piroggen. Dazu gibt´s heißen Kaffee und Warmluft aus der Heizmaschine. Gut so. Danach: Aufbruch nach Zementni. Namens- und Hauptarbeitgeber dieser Ortschaft ist die entsprechende Fabrik. Aber seit Beginn der Sanktionen und dem starken Verfall des Ölpreises laufen die Geschäfte nicht mehr so gut, und der Preisverfall für Zement beträgt hier etwa 60%.
Als wir unsere Spielstätte, das Doma Kultura Zementni, betreten, ist die Leiterin erstaunt, dass wir für unseren Auftritt kein Geld haben wollen. Sofort beauftragt sie ihre Angestellten, Freunde und Familien anzurufen und zur Show einzuladen. Dass Künstler für umsonst spielen ist nicht üblich, und so wird der Start der Show um eine halbe Stunde verschoben.
Und diese unsere vorletzte Show war diejenige mit dem meisten Szenenapplaus. Am liebsten hätten unsere 60 Zuschauer uns gar nicht mehr weg gelassen.
Am Nachmittag heisst es dann: Finale. Letzte Station auf unserer Tour: Bingi. Ein Heimspiel für uns. 250 Zuschauer erwarten uns im Doma Kultura bei bestem Wetter. 17 Grad und blauer Himmel sind hier Ende September die große Ausnahme. Die Frage „Draussen oder drinnen?“ wird schnell beantwortet, wir disponieren um und bauen vor dem Club eine Bühne auf. Jung und Alt sehen gespannt zu und folgen artig, als Heiko die Zuschauerreihen dirigiert. Noch schnell ein paar Bänke für die Babuschkas aufgebaut, dann geht es los. Pastor, Bürgermeister und Lehrer lachen gemeinsam mit ihren Familien und Schulklassen über die Clowns, es herrscht eine fröhliche und ausgelassene Stimmung. Ich habe das Gefühl, zum Abschluss für das ganze Dorf zu spielen. Eine herrliche Vorstellung.
Nachdem wir gern alle Fotowünsche erfüllt haben, kommt ein Mann mit einer Tüte auf uns zu. Aus dieser zaubert er 4 bunte Strickmützen, die er uns stolz überreicht. „300 Jahre Bingi“ steht darauf in Kyryllischer Schrift – wir sind gerührt ob so viel Freundlichkeit.
Danke Leute, Danke Olga, Danke Stefan, Danke Bingi – wir kommen gerne wieder!
P.S.: Es gab auch gelbe Zuckerkugeln unterwegs. Und weil die einen ganz besonderen Geschmack hatten, wurden sie an uns Spieler verteilt für ganz besondere Leistungen. Mehr sage ich hierzu nicht..














Sonntag, 25. September 2016

Erstes Treffen in Leipzig

Pünktlich um 11 Uhr treffen sich alle drei Clowns bei der Autovermietung in Freising. Nach einer kurzen Einweisung brechen wir auch schon nach Leipzig auf.

Die Unterkunft ist schnell bezogen und wir treffen und mit Niko und Daniela zum gemeinsamen Abendessen. Nach einem kurzen kennenlernen geht es auch schon zum gemeinsamen proben.


 
Glücklich und zufrieden gehen wir ins Bett und freuen uns auf morgen.

Gute Nacht Tobi

Samstag, 24. September 2016

Zwei Kinder

Der vorletzte Tag beginnt ganz entspannt und wir hätten nicht damit rechnen können, wie er weiter verlaufen würde. Heute durften wir ein wenig länger schlafen und vor der ersten Show um 14 Uhr (so geplant) konnten wir uns eine Fahrt im weltbekannten und kunterbunten Riesenrad im Freizeitpark von Nizhny Tagil nicht entgehen lassen. Puh, war das aufregend. Bestimmt in 20 Metern schwindelnder Höhe und der Frage im Kopf, ob die rostige Konstruktion wirklich noch hält (was sie nicht verspricht) stellten wir uns seelisch auf den nächsten Club-Gang ein.
Ein bisschen am Stadtrand von Tagil fuhren wir zum Club Drebezgi. Es riecht nach abgestandenem Bier und kaltem Rauch. Hmm, wir entscheiden doch lieber draußen zu spielen, da die Sonne eh so schön in der Nase kitzelt. Perfekten Platz für den Vorhang gefunden, Banner platziert, umgezogen und geschminkt und kurz vor Showbeginn…trommelwirbel…sind schon zwei Kinder da!
Es war uns nicht ganz klar, woher die Gäste zu diesem Club in Mitten von nicht ganz künstlerischen Hochhäusern kommen sollten. Der Besitzer hatte seinem Personal gesagt, dass die alle einladen sollen. Mit den potenziellen Gästen entschieden wir dann gemeinsam den Spielort vor ein Einkaufszentrum in der Nähe zu verlegen. Gesagt, getan spielten wir dort vor Rund 40 Leuten. Der Wachmann ließ sich auch nur kurz blicken, hielt einen Schwatz mit Organisations-Stefan und schaute mit Sicherheitsabstand wohlwollend ein paar Minuten zu- wir durften also ohne große Komplikationen spielen.
Die zweite Show spielten wir dann vor ein paar Hand voll Leuten direkt vorm Club. Schön und besonders war es in bzw. vor dieser ungewöhnlichen Location.
Nun verlassen wir Nizhny Tagil wieder; bedanken uns bei den Leuten vom Park Inn Hotel für die Gastfreundschaft und vermissen schon jetzt auf dem Weg ins idyllische Byngi die dicksten Rauchwolken vom größten Stahlwerk, welche ganz besonderes Flair über die Stadt gelegt haben.
Morgen ist dann schon der letzte Tag und dann heißt es „Doswidanje“ und bis zum nächsten Mal!