Mittwoch, 20. September 2017

Eine ganz besondere Reise...ein persönlicher Rückblick


Langsam macht sich der Herbst breit – der Sommer geht zu Ende und nach dem Trubel der Sommerzeit kehrt Ruhe ein. 
Auf einer Terrasse mit Bergblick sitzen Zwei und sinnieren über eine Reise die hinter ihnen liegt…eine besondere Reise. Sie waren zusammen unterwegs in Rumänien als Violetta und Rosu.

Aus zwei Spielerinnen sind Freundinnen geworden….und so sitzen sie da, schauen dem ersten tanzenden Herbstlaub zu und lassen die Gedanken nochmal zurückschweifen:
Warten auf die nächste Show...warten gehört auch dazu...aber das bietet auch Zeit sich über das Erlebte auszutauschen
Na liebe Uta, jetzt ist die Reise schon ganz schön lange her…gefühlt ewig…wenn du zurück blickst...auf unsere gemeinsamen Tage: Was hat dich im Nachgang beschäftigt?

Uta: Mich hat sehr beschäftigt wie viele Kinder in Waisenhäusern leben und auch die Tatsache, dass Eltern sich gezwungen sehen ins Ausland zu gehen. Sie lassen die Kinder in Rumänien zurück, um genug Geld zu verdienen um die Familie über Wasser zu halten. Überlegt hab ich mir immer wieder, ob es genug war, was wir vor Ort getan haben.Und heute mit Abstand sehe ich, wie die Menschen unser Spiel angenommen haben und wie sehr sie sich darüber gefreut haben, dass wir bei Ihnen vorbeikamen. Wir waren für sie die „Kirschen auf deren Torte“ wie eine Betreuerin meinte. Kulturelle Angebote oder ähnliches gibt es in den ländlichen Bereichen so gut wie nicht. Viele Kinder hatten doch noch nie einen Clown gesehen oder ein Theater besucht. Und natürlich hat mich der gesellschaftspolitische Aspekt beschäftigt und tut es noch. Rumänien ist ein Puzzles Teilchen von Europa und doch sind die Lebensumstände so gravierend anders. 
Lachen verbindet..."ihr seid für die Kinder wie die Kirsche auf der Torte!"

Und du meine liebe Mia, jetzt bist du dran: Wie war es für dich danach und wie empfindest du heute mit Abstand?

Mia: Ja, ich hab ja schon vor Ort den Austausch mit Euch, unserem Fahrer Adrian und mit den Sozialarbeitern der Hilfsorganisationen sehr genossen: Die Zusammenhänge ein bisschen besser verstehen zu können,  wie es zu den Lebensumständen kommt die wir dort gesehen haben – das war wichtig für mich. Da bin ich ziemlich froh drum im Nachhinein…Immer wieder stoße ich wie zufällig auf Hilfsorganisationen. Neulich war bei mir im Büro eine Dame am Telefon. Eine Sozialarbeiterin aus Sibiu die sich verwählt hatte, bis sie mir erklärt hatte was sie braucht und wen sie sprechen will, waren wir schon mitten im Gespräch. Wir haben Quasi schon ein Date für nächstes Jahr!

Besonders toll ist der Austausch (hier mit Bernadett von der Caritas)  mit einer Kiste voll leckersten rumänischen Keksspezialitäten! Gastfreundlichkeit PUR in Rumänien!

Und gab es Überraschungen, für dich auf der Reise?

Mia: Na mir geht es da sehr ähnlich wie dir! Überrascht haben mich die extremen Unterschiede in der Gesellschaft. Zum Beispiel: Hypermoderne, ultrariesige Hochleistungsmaschinen mit drei Spurbreiten und am Feld daneben zieht ein Bauer mit Pferd und Pflug seine Furchen. Was mich auch überrascht hat - ähnlich wie bei dir liebe Uta, dass wir auf europäischem Boden waren und die Familien teilweise so arm sind, dass Kinder hungern müssen, gesundheitliche Schäden durch ihre Lebensumstände davontragen und sie teilweise tatsächlich auch von Kälte so existenziell bedroht sind, dass im Winter Menschen erfrieren. Daran hab ich noch ziemlich oft gedacht. Umso schöner...wenn wir unseren Teil beitragen und hoffentich positive Erinnerungen (sowohl bei der Show als auch nach der Show im persönlichen Kontakt) bei den Zuschauern generieren konnten!
Begegnung
Welche Situation ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Uta: Als eines der Romamädchen mir verständlich machen wollte, dass es mit mir/uns mitkommen möchte.

Verbunden: Lachen überwindet Grenzen!
Was war für dich die stärkste Erfahrung?

Mia: Puh, da gibt es viele. Sicher Auftritte bei denen die Erwachsenen so nachhaltig beeindruckt waren weil sie - laut der Sozialarbeiterin der Romasiedlung an der Müllhalde - noch nie weg waren aus ihrem "Dorf". Viele kannten soetwas wie Theater gar nicht.  Ältere Damen und Herren, Mamas und Papas, Omas und Opas die unsere Show in sich aufgesaugt haben und mitgegangen sind wie kleine Kinder...aber das wäre noch nicht mal das Erstaunlichste gewesen: Es waren die Kinder die in den ersten Reihen am Boden saßen. Sie haben immer wieder gebannt nach Hinten geschaut: Sie waren völlig erstaunt über die Reaktionen der Erwachsenen und waren sichtlich begeistert davon - ihre erwachsenen Dorfmitglieder so ausgelassen Lachen zu sehen. Das war...wow!


Und? Würdest du wieder eine Reise machen mit Clowns ohne Grenzen?

Uta: Ja sehr gerne! Und ich hoffe wir können nächstes Jahr wieder nach Rumänien fahren. Ich finde es wichtig zu zeigen, dass wir wieder kommen und dass uns Rumänien wichtig ist. Und...ich hatte so viel Spaß... bei jeder Show, auch beim 21 x ... am schlimmsten war, als ich aus gesundheitlichen Gründen einen Tag nur Musik machen durfte und den darauffolgenden Tag sogar aussetzen musste!!!


Und bei dir? Möchtest du wieder mit Clowns ohne Grenzen auf Reisen gehen?

Mia: Selbstverständlich! Absolut! Wann fahren wir?
 

Uta und Mia: Hey...und Jonas - herzlichen Dank für die großartigen Bilder. So kann man das Erlebte viel besser vermitteln! Du hast viele der Momente für uns mit deiner Kamera konserviert...ein echtes Geschenk!








Und während sich die Zugvögel sich sammeln, um in den Süden zu ziehen...sitzen die Zwei schon längst zusammen und schmieden Pläne für die nächste Reise...
Zugvögel vor den hohen Karpaten...

La revedere Rumänien...Mulțumesc!!

Herzlichst Uta und Mia

Sonntag, 27. August 2017

Reisebericht Nepal 2017 mit Clowns ohne Grenzen


Eine Reise mit Clowns ohne Grenzen! Wow! Hatte ich davon nicht schon lange geträumt? Hatte ich nicht schon immer davon gesprochen, die Website durchforstet nach Hinweisen wie man mitmachen kann, Reiseblog-Berichte gelesen usw.? Die erste Kontaktaufnahme zum Verein hatte ich 2013 (oder war es 2014?) unternommen. Doch Terminchaos und andere Unwägbarkeiten ließen die Idee wieder in die Schublade fallen. Dann in 2016 – ein Anruf aus dem Allgäu – Brigitte, eine Clownsfreundin! „Du, wir planen eine Reise mit den Clowns ohne Grenzen nach Nepal, es fehlt noch ein Mann. Hättest Du vielleicht Zeit und Lust mitzufahren?“ – Wie bitte?? Habe ich richtig gehört?? Und ob ich Lust hatte!!



10. März 2017. Endlich war es soweit. Heute sollte meine erste Clown-ohne-Grenzen-Reise nach Nepal starten. Der große Tag war gekommen. Flughafen München. Hallo Gefühle? Wie geht es Euch? Vorfreude, Aufregung, Angst, Unsicherheit, Abschiedsschmerz…? Gefühlschaos! Immerhin kannte ich nur Brigitte etwas näher. Die anderen – Toni, Susie und Sonja, unsere Fotografin, kannte ich eigentlich gar nicht. Gut, wir haben uns an zwei Wochenenden im Vorfeld getroffen und ein Stück erarbeitet. Und vom ein oder anderen hatte ich auch schon gelesen oder gehört. Aber eigentlich ging ich gerade mit Fremden auf eine Reise. In ein fremdes Land. Konnte das gutgehen? :-)



Was wusste ich bis dato eigentlich über Nepal? Gut, ich verortete das Land korrekterweise nach Asien. Und Himalaya wusste ich auch, also, dass es dort hohe Berge gibt, um nicht zu sagen die höchsten Berge der Welt. Mount Everest, Tenzing Norgay und Sir Edmund Hillary, Reinhold Messner waren noch andere Stichworte, die mir in den Sinn kamen, wenn ich an Nepal dachte. Aber dass es dort auch tropische Temperaturen geben kann, wusste ich beispielsweise nicht. Also – Nepal gliedert sich in drei geographische Zonen: das Terai an der Grenze zu Indien mit seinen tropischen Temperaturen, das mittlere Hügelland mit seinen subtropischen Temperaturen und das hohe Himalaya an der Grenze zu China (Tibet). Wir allerdings bewegten uns fast nur innerhalb Kathmandus, der Hauptstadt Nepals.



Meine Vorstellungen über diese Reise waren wage. Gut, wir hatten vor in verschiedenen Einrichtungen zu spielen, das war klar. Aber wo kamen wir unter, wie würden wir uns fortbewegen, wie würde sich das Zusammenleben in dieser kurzen Zeit gestalten? Das waren die Fragen, die mich zunächst beschäftigten. Mir war wichtig, eine Struktur zu erkennen. Und die stellte sich dann auch langsam ein. Wir kamen in einem netten Hotel mitten in Kathmandu unter, zwei Zimmer aufgeteilt nach Jungs und Mädels. Aha. Das war jetzt unser Zuhause für die nächsten zwei Wochen. Das Gute war ja auch, wir hatten mit Susie und Anton zwei erfahrene Clowns-ohne-Grenzen-Reisende dabei. Gut, Sonia und Brigitte waren auch schon mehrmals in Nepal gewesen. Aber für mich war es das erste Mal. Das hatte schon etwas Beruhigendes. :-) Brigitte hatte die Kontakte und den Plan. Also, sie war es, die unsere Reiseroute und Spielorte organisiert hat. Das war gut. Ich musste mich quasi um nichts kümmern. Außer um’s Spielen. Gut, so eine Auftrittsplanung ist quasi eine Art Skizze, eine Vorschau. Also nix Endgültiges. Das war gewöhnungsbedürftig. Für mich zumindest. Ich mag Ordnung. Gut, Flexibilität wird heute groß geschrieben. Klar, es wurden Auftritte verschoben, vorgezogen, umgelegt, abgesagt, fixiert, wieder umgelegt, neue Auftritte hinzugefügt. So wurde oft telefoniert, gemailt, diskutiert und besprochen, für und wider abgewogen. Und, was soll ich sagen? Es hat geklappt! Ja, erstaunlich gut! Wir sind an jedem Auftrittsort erschienen. Gut, letztendlich musste beinahe täglich jeder Auftritt noch einmal bestätigt werden. Also, es waren quasi zwei Auftritte pro Tag geplant. Das reicht eigentlich auch. Man muss ja auch bedenken, dass es Transferzeiten gibt, die lang werden können. Für die Nicht-Nepalisten unter Euch: Der Verkehr in Nepal, insbesondere in Kathmandu, funktioniert etwas anders als in Deutschland. Geringfügig. Linksverkehr! Ok, gibt es in anderen Ländern auch. Feldwegartige Straßen mitten in der Hauptstadt? Ja! Man glaubt es nicht. Aber wenn man einmal die Ringroad, größte Hauptstraße, die, wenn auch mit Flicken, asphaltiert ist, verlassen hat, sieht man sich unversehens auf Wegen oder Pfaden wieder, die nichts mit einer Straße gemeinsam haben. Außer den Massen an Menschen, Rollern, Autos und sonstigen Vehikeln wie z. B. Rikschas, Tuk-Tuks etc. Ab und zu mal eine Kuh. (Übrigens: Kühe sind in Nepal heilig. Also bloß in Ruhe lassen, sonst kommt man in Teufels Küche) Also die Masse an Verkehr hat uns noch einmal gezeigt, wie Stau richtig geht. Außer Samstag. Denn Samstag ist Sonntag in Nepal. Da waren die Straßen frei. Einmal hatten wir drei Auftritte an einem Tag. Da wurde es schon etwas knapp mit der Zeit. Ging aber auch. Wir haben uns einfach nicht mehr abgeschminkt und sind als Clowns durch die Stadt gefahren. Also wir  sind nicht selbst gefahren, sondern hatten einen Fahrer. Wäre aber auch mal spannend gewesen. Wo das wohl hingeführt hätte?? Dann hätten wir quasi einen Walk-Act gehabt. Oder Drive-Act?




Und an einem anderen Tag hatten wir nur einen Auftritt. Da waren wir im Interplast-Hospital etwas außerhalb der Stadt. Einem Vorzeigeprojekt, das 1997 mit Spendengeldern und ganz viel Engagement aufgebaut worden ist, trotz der enormen bürokratischen Steine, die den Helfern seitens der Regierung in den Weg gelegt wurden. Immer wieder sind wir in Kathmandu auf Einrichtungen gestoßen, die ihre Existenz quasi der unermüdlichen Kraft und Zähigkeit der Menschen zu verdanken haben, die sich nicht durch die Mühlen der Bürokratie haben mürbe machen lassen. Das Beispiel von Trudi aus Voerde sei hier erwähnt, die berichtete, dass eine Hilfslieferung von Deutschland nach Nepal zwei Jahre gedauert hat, aufgrund des überbordenden Schriftverkehrs mit den Behörden (nepalischer Seite) im Vorfeld.
Der Tagesablauf gestaltete sich in der Regel wie folgt. Morgens gemeinsames Frühstück in der Nähe. Wir probierten verschiedene Cafés aus. Eines hieß sogar Pumpernickel. Sehr witzig. Ein anderes Revolution Café. Dann warten vor dem Hotel auf unseren Fahrer. Dann Fahrt zum ersten Auftrittsort. Nach dem Auftritt Fahrt zum zweiten Auftrittsort. Ankunft im Hotel. Wäschewaschen, Blogschreiben, E-Mails checken und gemeinsames Abendessen + Nachbesprechung. Da war sie ja, meine Struktur. Juhu. :-) So konnte es weitergehen.



Unsere Fahrer müssen an dieser Stelle mal ausdrücklich gelobt werden. Sie haben uns immer sehr zuverlässig und sicher zu allen Spielorten gebracht. Auch wenn die Straße noch so steil und mit Schlaglöchern versehen war. Oder selbst nur so breit wie das Fahrzeug selbst. Und obendrein haben sie geduldig auf uns gewartet, wenn es mal länger gedauert hat. Gut, das kam öfter vor. Man muss sich das folgendermaßen  vorstellen. Wir kamen am Spielort an. Zunächst, also fast immer, kam es zum ersten Smalltalk mit dem Prinzipal (dem jeweiligen Direktor der Einrichtung). Dann spielten wir unsere Vorstellung. Dann Begrüßen und Spielen mit den Kindern und, ganz wichtig! Fotoshooting mit Kindern und Lehrkräften. Dann zweiter Smalltalk und Teetrinken mit dem Prinzipal, dann Abfahrt zum nächsten Spielort. Same procedere. So ist für zwei Auftritte ein Tag draufgegangen. Das wichtigste für die Kinder war oft die Frage, wie man heißt und wo man herkommt. Wie schön! Und so viele Kinder wollten einen mit Handschlag begrüßen! Das war unglaublich wichtig! Und nochmal, und nochmal! Und immer wieder! Eine sehr schöne Begebenheit aus der Samten Memorial Educational Academy, unserem letzten Auftrittsort, sei hier erwähnt. Die Kinder fragten wieder wo wir herkommen würden. Ich erzählte es ihnen. Ein Mädchen erzählte daraufhin, dass vor einiger Zeit ein deutscher Volunteer hier gearbeitet und ihnen ein Lied beigebracht hätte. Dann sangen die Kinder vor: „Bruder Jakob, Bruder Jakob, schläfst Du noch?“ Was für ein schönes Erlebnis!


Ein anderes sehr beeindruckendes Erlebnis war unser Auftritt in einem Heim für taubstumme, blinde, geistig- und körperbehinderte Kinder. Nicht der Auftritt selbst, sondern die Begegnungen hinterher waren so unglaublich ergreifend. Niemals hätte ich mit dieser Begeisterung gerechnet, die uns hier entgegengebracht wurde. Kinder, die aufgrund von Missbildungen nicht in der Lage sind zu laufen, sind mit Hilfe ihrer Hände und ihres Körpers über den Platz gefegt und haben unsere Nähe gesucht, haben sich mit unseren Requisiten beschäftigt, wollten Zaubertricks nachspielen, wollten selbst ausprobieren. Unglaublich ergreifend und schön! Wie sehen blinde Kinder? Sie „sehen“ mit ihren Ohren, mit ihren Fingern. Und wenn auf einmal fünf Fremde zu Besuch sind, was gibt es interessanteres als ihre Taschen zu erkunden? Und so wurde alles abgetastet und befühlt und genauestens untersucht. Ganz wunderbare Begegnungen haben sich in diesem Heim ergeben.
Eine Sache, die ich auch noch erwähnen möchte, ist die Tatsache, dass wir auch mit Thema Tod konfrontiert wurden. Unser Guide, der unsere Auftrittsorte, Fahrer, Fahrzeuge, Hotel, also eigentlich unseren kompletten Aufenthalt organisiert hat, hat kurz nach unserer Ankunft seinen Vater verloren. Das bedeutete für uns, dass er nicht mehr zu unserer Verfügung stand, sondern sich der hinduistischen Trauerzeremonie hingeben musste, d. h. er musste 13 Tage in Trauer gehen. Denn solange dauert die Trauerzeit bei den Hindus. Der Trauernde rasiert sich seinen Kopf als Zeichen der Trauer, trägt weiße Gewänder und verlässt sein Haus nicht. Gleichwohl hatte er im Hintergrund alles perfekt organisiert und dafür gesorgt, dass wir immer einen Fahrer hatten und, wenn nötig, einen Dolmetscher.
Am Tag vor unserer Abfahrt hatten wir Gelegenheit unseren Guide noch einmal kurz zu sprechen und uns zu verabschieden.

Eine unglaublich schöne, aufregende und intensive und viel zu kurze Zeit liegt jetzt hinter uns. Schade, dass sie schon vorbei ist, meine erste Clowns-ohne-Grenzen-Reise.

Arne, Bonn-Bad Godesberg, 19.04.2017

Samstag, 1. Juli 2017

OIS GUADE ZUM GEBURTSTAG...

Clowns ohne Grenzen Deutschland wird heute 10 JAHRE alt!...was kann es da Schöneres geben als am Geburtstag ausgiebig zu feiern?!

Uta Strack und Mia Rohrbach nutzten heute die Gelegenheit und feierten mit Gästen aus aller Welt beim Sommerfest der Inneren Mission  in Feldkirchen (bei München).
Neben toller Netzwerkarbeit, gab es ausreichend Gelegenheit den Jubeltag zu geniesen. Die kleinen aber auch die großen Gäste freuten sich über die clownesken Geburtstagskinder und über Auszüge aus der Rumänien Show.
Ganz große Gäste (Steinmenschen) brachten sogar ganz kleinen Kuchen. 
Glückwunsch an Dich - Glückwunsch an Dich - Glückwunsch an UNS!

Herzliche Grüße und Gratulation an Alle!
Herzlichst Mia und Uta

Samstag, 15. April 2017

La revedere Rumänien...Mulțumesc!!

Die Zeit des Abschiedes ist gekommen

Zwei bereichernde, interessante, eindrucksvolle und bewegende Wochen voller Lachen - aber auch nachdenklicher Momente, liegen hinter uns. Wir haben 2400 km im Flugzeug und 2050 km im Bus zurückgelegt, um auch Bewohner der entlegenen Dörfer zu besuchen. 1500 kleinen und großen Menschen durften wir begegnen -  um ihnen ein Strahlen in die Augen, ein Lachen auf die Lippen und eine Erinnerung ins Gedächtnis zu zaubern.

Eine solche Erinnerung hat uns in Form eines Berichtes erreicht. Diese besonders schöne Rückmeldung wollen wir Euch auf keinen Fall vorenthalten: Hannelore Jasch ist in der Charlotte Dietrich Schule als Freiwillige beschäftigt und kümmert sich mit Hingabe um die Kinder vor Ort. Gut vorbereitet erschien sie schon mit roter Nase im Publikum und freute sich, wenn sie die Clowns im Stück unterstützen konnte:
Hannelore Rasch unterstützt die Clowns in der Show

Wir freuen uns sehr, dass sie ihren Block Eintrag mit uns teilt:

Nach einer ersten Nachbesprechung ging es mit dem Bus Richtung Sibiu Airport und dann ab nach Hause. Ich bin dankbar für die Tage die hinter uns liegen, für all die Unterstützung und die Gastfreundschaft die wir vor Ort erfahren durften!
Herzlicher Dank gilt auch unserem Guide Adrian, der uns (weit über die vereinbarten Dinge hinaus) mit Rat und Tat zur Seite stand. 
Abschied von Adrian am Flughafen von Sibiu
Uta, Mia, Adrian, Peter, Michi

Dankbar bin ich auch unserem Team. Es war schön mit Euch unterwegs zu sein!
Hier möchte ich mich besonders herzlich bei Jonas Feichtl für die tollen Fotos bedanken. Er hat die Erlebnisse mit der Kamera eingefangen und war in jeder Hinsicht eine große Hilfe. Durch seine tollen Bilder konnten wir Euch hier teilhaben lassen. 

Im Namen des Teams –  Uta (Violetta), Peter (Verde), Michi (Albastru) und Jonas sage ich la revedere – Auf Wiedersehen und Mulțumesc - Danke!
Rumänien...la revedere!
Herzlichst Mia (Roșu)

Donnerstag, 13. April 2017

„Wow, wow, wow und a cherry on their cake“


„Hallo mein Name ist Daniel. Ich wohne in Câmpu lui Neag. Das liegt ca. 30km westlich von Sibiu. Dort gehe ich in die 1. Klasse. Stellt Euch vor was heute passiert ist:
Im Garten unserer Schule hüpften vier lustig gekleidete Menschen mit roten Nasen auf und ab. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Sie sprachen wenig - und wenn dann verstand ich nicht sehr viel davon. Ihre Kleidung passte aber ganz gut zu ihren Namen.
Lustig waren sie ja schon. Besonders als der grüne Mann - Verde - die anderen in Tiere verzauberte und sich Albastru als Katze zu mir schmiegte, lachten meine Freunde neben mir und ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.



Kaum waren die vier mit lustiger Musik wieder in unserer Schule verschwunden, da kamen sie noch einmal in den Garten und malten meinen Freunden rote Nasen ins Gesicht. Ich fragte mich, ob ich mich das auch traue?
Ja, ich habe mich getraut. Nicht nur die Nase sondern auch die Wangen wurden rot angemalt. Bei der Abfahrt meines Schulbusses winkte mir dann Violetta - die fand ich am komischsten - noch ganz toll. Da wusste ich dann gar nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.
Ob diese lustigen Menschen wohl wieder mal zu Besuch zu uns kommen?“



So oder so ähnlich muss sich unser Besuch heute in der Stadt Câmpu lui Neag für die Kinder angefühlt haben. Ramona, die uns heute noch mal begleitete, hatte bewusst diesen Ort ausgewählt: „In dem entlegenem Bergdorf gibt es sonst keine kulturellen Angebote jedweder Art.“ Um überhaupt gemeinsam die Schule zu füllen werden die 16 Kinder der Klassen 1.-4. Klasse aus den umliegenden Gehöften tagtäglich mit Schulbussen gebracht. „Von den 16 Kindern wussten vor ihrem Besuch nur zwei Kinder was ein Clown überhaupt ist“, so eine Erzieherin. „You are so wow, wow, wow“.


Ob das der 16-Jährige Jugendliche in der zweiten Reihe unserer anschließenden Show wohl auch so wahrgenommen hat?


Er saß uns im „Waisenhaus“ Lupeni gegenüber. Hierher gelangen viele verlassene Kinder. „Die Eltern gehen ins Ausland und überlassen den Großeltern die Erziehung der Kinder“, erklärt uns Ramona. „Da diese damit oft überfordert sind, landen die Teenager mit ihren Problemen oft auf der Straße. In der Region um Petrosani betrifft dies beinahe jedes zweite Kind.“


Die  Jugendlichen sitzen uns etwas reserviert gegenüber. Wir ernten zu Beginn ein paar skeptische Blicke. Dann aber auch lautstarke Anfeuerung und unkontrolliertes Lachen. Bewegte Geschichten bei den Jugendlichen und eine bewegende letzte Aufführung für uns.
Auf dem Rückweg nach Petrosani bietet sich noch die Gelegenheit ausführlicher mit Ramona über die letzten zwei Tage und über das Leben in Petrosani zu sprechen.

„For the Children you are like a cherry on their cake“! Schöner kann man wohl nicht Danke sagen.

Peter