Dienstag, 21. Oktober 2014

Starke Eindrücke

Heute haben wir eine syrische Flüchtlingsfamilie besucht. Sie ist vor 1 ½ Jahren aus Homs geflohen, eine der Hochburgen des Widerstands gegen Assad. Erst waren die beiden Eltern mit ihren 3 Kindern in einem Flüchtlingslager untergebracht, später sind sie weiter nach Karak gezogen. Es wird uns Tee serviert, der Großvater, der immer noch in dem Lager wohnt, ist zu Besuch. Den Kindern merken wir nicht an, was sie durchgemacht haben, sie sind fröhlich und klug und scherzen mit uns. Dem Vater dagegen ist deutlich anzusehen, was er erlebt hat. Er berichtet uns vom Bombardement ihres Hauses, von toten und verletzten Verwandten und von seiner eigenen Folter. Auf seinem Handy zeigt er uns das Video seines sterbenden Bruders.



 Wie stark das Israelbild der Kinder hier in den Schulen mitunter gesteuert wird, wird deutlich, als uns der ältere Sohn der Familie ein Englischexamen zeigt. Eine Frage lautet: „Do you like Israel?“ und darunter steht die „korrekte“ Antwort „No, I don’t“.


 


Tagsüber spielen wir wieder in einer Schule und in einem Flüchtlingszentrum. Wir haben einige Elemente unseres Programms umgestellt und sind mittlerweile gut eingespielt. Auffällig sind die Unterschiede an verschiedenen Spielorten. Nachmittags sind die Kinder viel ruhiger und aufmerksamer als bei den Auftritten zuvor. Bei den poetischen Szenen lassen wir uns also mehr Zeit. Auch werden musikalische Feinheiten von den Kindern hier viel detaillierter auf- und übernommen, so unser Eindruck. 

 

 

Clowns: Laia Sanmartin, Florian Vuille, Manuel "Abuamelia" Schunter
Musik: Antonia Dering, Julian Schunter
Fotos: Jakob Karte

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