Donnerstag, 13. April 2017

„Wow, wow, wow und a cherry on their cake“


„Hallo mein Name ist Daniel. Ich wohne in Câmpu lui Neag. Das liegt ca. 30km westlich von Sibiu. Dort gehe ich in die 1. Klasse. Stellt Euch vor was heute passiert ist:
Im Garten unserer Schule hüpften vier lustig gekleidete Menschen mit roten Nasen auf und ab. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Sie sprachen wenig - und wenn dann verstand ich nicht sehr viel davon. Ihre Kleidung passte aber ganz gut zu ihren Namen.
Lustig waren sie ja schon. Besonders als der grüne Mann - Verde - die anderen in Tiere verzauberte und sich Albastru als Katze zu mir schmiegte, lachten meine Freunde neben mir und ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.



Kaum waren die vier mit lustiger Musik wieder in unserer Schule verschwunden, da kamen sie noch einmal in den Garten und malten meinen Freunden rote Nasen ins Gesicht. Ich fragte mich, ob ich mich das auch traue?
Ja, ich habe mich getraut. Nicht nur die Nase sondern auch die Wangen wurden rot angemalt. Bei der Abfahrt meines Schulbusses winkte mir dann Violetta - die fand ich am komischsten - noch ganz toll. Da wusste ich dann gar nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.
Ob diese lustigen Menschen wohl wieder mal zu Besuch zu uns kommen?“



So oder so ähnlich muss sich unser Besuch heute in der Stadt Câmpu lui Neag für die Kinder angefühlt haben. Ramona, die uns heute noch mal begleitete, hatte bewusst diesen Ort ausgewählt: „In dem entlegenem Bergdorf gibt es sonst keine kulturellen Angebote jedweder Art.“ Um überhaupt gemeinsam die Schule zu füllen werden die 16 Kinder der Klassen 1.-4. Klasse aus den umliegenden Gehöften tagtäglich mit Schulbussen gebracht. „Von den 16 Kindern wussten vor ihrem Besuch nur zwei Kinder was ein Clown überhaupt ist“, so eine Erzieherin. „You are so wow, wow, wow“.


Ob das der 16-Jährige Jugendliche in der zweiten Reihe unserer anschließenden Show wohl auch so wahrgenommen hat?


Er saß uns im „Waisenhaus“ Lupeni gegenüber. Hierher gelangen viele verlassene Kinder. „Die Eltern gehen ins Ausland und überlassen den Großeltern die Erziehung der Kinder“, erklärt uns Ramona. „Da diese damit oft überfordert sind, landen die Teenager mit ihren Problemen oft auf der Straße. In der Region um Petrosani betrifft dies beinahe jedes zweite Kind.“


Die  Jugendlichen sitzen uns etwas reserviert gegenüber. Wir ernten zu Beginn ein paar skeptische Blicke. Dann aber auch lautstarke Anfeuerung und unkontrolliertes Lachen. Bewegte Geschichten bei den Jugendlichen und eine bewegende letzte Aufführung für uns.
Auf dem Rückweg nach Petrosani bietet sich noch die Gelegenheit ausführlicher mit Ramona über die letzten zwei Tage und über das Leben in Petrosani zu sprechen.

„For the Children you are like a cherry on their cake“! Schöner kann man wohl nicht Danke sagen.

Peter


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